Wirtschaftlichkeit

Auch Imker müssen wirtschaftlich denken und handeln

Wirtschaftlichkeit

Jeder Imker ist auch Unternehmer! Wirtschaftlichkeit ist somit ein Muss. Er bestimmt mit seinem Einsatz und seinen Maßnahmen, ob der Freizeitnutzen aus Naturverbundenheit überwiegt oder durch wirtschaftlich interessante Ergebnisse ergänzt wird.

Soll und Haben – auch in der Imkerei!

Wer die Imkerei als anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung betreibt, sollte wenigstens kostendeckende Ergebnisse erzielen. Wird aber ein guter wirtschaftlicher Erfolg angestrebt, sind kaufmännisches Denken und Handeln gefragt. Denn gerade die Möglichkeit, mit einer anspruchsvollen Freizeitbeschäftigung einen guten Nebenverdienst zu erzielen, schafft für viele Imker den entscheidenden Anreiz. Und oftmals wurde in der Vergangenheit aus einem Volk eine Völkerschar – aus der kleinen Imkerei ein Honigversandgeschäft, ein Präsentservice, ein Spezialservice, ein Geschäft für süße Spezialitäten und anderes mehr. Es ist ratsam, nicht mit nur einem Bienenvolk zu beginnen, um bei seinem Verlust nicht gleich die Freude an der Beschäftigung wieder zu verlieren.

Mit zwei bis fünf Völkern kann man bereits den Honigbedarf der eigenen Familie, von Freunden und Verwandten sichern. Nebenerwerbsimkereien betreuen zwischen 30 und 70 Bienenvölker. Und wer mehr als 150 Völker besitzt, kann sich zu den Berufsimkern zählen.

Ab wann werden Steuern und Beiträge fällig?

Der Fiskus interessiert sich – je nach Landesrecht – in der Regel erst ab einem Bestand von ca. 25 bis 30 und mehr Völkern für die Imkerei. Gleiches gilt für die Berufsgenossenschaften. Ab einer festgelegten Zahl von Völkern muß der Imker Beiträge zu den landwirtschaftlichen Kranken- und Alterskassen leisten. Abweichungen hiervon sind von Bundesland zu Bundesland möglich.

Es zählt der langjährige Durchschnitt

Je nach Witterung kann die Honigernte von Jahr zu Jahr stark schwanken. Überreiche Ernten sind ebenso möglich wie Totalausfälle. Im langjährigen Durchschnitt rechnet man für eine Standimkerei – wenn der Imker also mit seinen Bienen nicht wandert -mit 15 bis 20 kg Honig pro Jahr. Wanderimker können erheblich mehr erzielen; dabei ist jedoch der Standort maßgebend.

Auf dieser Basis sind bei einem Verkaufswert von 12,- bis 15,- Euro pro Kilogramm in der Direktvermarktung -darunter sollte Echter Deutscher Honig möglichst nicht verkauft werden – Einnahmen in Höhe von 225 bis 300 Euro zu erzielen. Der Imker arbeitet also kostendeckend. Die Wirtschaftlichkeit ist also gewährleistet. Bessere Gewinne sind mit einer größeren Anzahl an Völkern und der Wanderimkerei zu erzielen.

Buch führen erleichtert den Überblick

Um sich einen Überblick über Kosten und Erträge zu verschaffen, sollte einmal pro Jahr eine Deckungsbeitragsberechnung durchgeführt werden. Dabei werden die

  • Kosten zur Beschaffung von Betriebsmitteln und die
  • jährlich wiederkehrenden Ausgaben den Erträgen aus
  • Honigverkauf
  • Verkauf von Königinnen und Ablegern
  • sowie anderen Einkünften

gegenübergestellt. Ein Computer mit entsprechender Software kann hier und auch in anderen Bereichen wie z.B. bei Aufschreibungen zu den einzelnen Völkern oder im Verkauf (Stichwort: Kundenkartei, Werbebriefe) – wertvolle Hilfestellung leisten.

Das kostet der Anfang mit fünf Bienenvölkern

 € je BienenvolkgenerellImkerei mit 5 Völkern
Bienenvölker   
Bienenvolk (ausgewintert,
2 Magazine besetzt)
150,- 150,- (1 . Volk)
(weitere Völker durch
Ableger vermehren)
Grundausstattung   
Bienenwohnung (Magazin)150,- 750,-
Rähmchen15,- 75,-
Mittel wände20,- 100,-
Smoker 30,- 
Stockmeißel 10,- 
Abkehrbesen 10,- 
Schutzkleidung:
Handschuhe
Schleier, Bluse
 65,- 
Ablegerkasten 55,- 
diverse Kleinteile 50,- 
generelle Grundausstattung   220,-
Honigverarbeitung
Honigschleuder
(4 Waben, Edelstahl)
 600,- 
Entdeckelungsgeschirr 100,- 
Entdeckelungsgabel 15,- 
Honigrührer 25,- 
Honig-Doppelsieb 30,- 
Abfüllkübel 105,- 
40-kg-Honigbehälter, 2 St. 10,- 
Seihtuch 8,- 
diverse Kleinteile 25,- 
Einlöt-Trafo 50,- 
generelle Honigverarbeitung  ca.800,-
Gesamtsumme  ca.2000,-

Mittelwerte, Abweichungen möglich.

Wirtschaftlichkeit – Die Investitionen für Betriebsmittel sollten am Anfang bewußt niedrig gehalten werden. Dazu gehört die Konzentration auf einfache, austauschbare Systeme – also ein Rähmchenmaß und einen einheitlichen Beutentyp. Bei der Honigschleuder hilft oftmals am Anfang auch der Nachbarimker aus. Wenn sich mit wachsendem Erfolg auch erste Erträge einstellen und die Freude am wirtschaftlichen Erfolg hinzukommt, sind größere Investitionen überschaubarer.

©Marschall