Bei den Jungvölkern ist die Wabenhygiene kein Problem. Sie enthalten in der unteren Zarge zwei (höchstens drei) ältere Waben und acht Waben mit jungem Bau, die im Mai als Mittelwände oder als leere gedrahtete Rähmchen gegeben und in der Folgezeit bei kontinuierlicher Fütterung ausgebaut wurden. Wenn die Jungvölker sehr stark geworden sind, kann ihnen zur Auffütterung die zweite Zarge aufgesetzt werden, die ebenfalls mit jungen, höchstens ein- oder zweimal bebrüteten Waben gefüllt wird. Einige Mittelwände können auch dabei sein. Sie werden bei rascher Auffütterung zügig ausgebaut. Bei den im August noch auf drei Zargen sitzenden Altvölkern ist ebenfalls eine Verjüngung des Wabenbaus anzustreben. Dazu wird beim Einengen die unterste, ab Mitte August meistens brutfreie Zarge entfernt; die dunklen Waben werden aussortiert und im Sonnenwachsschmelzer eingeschmolzen. Das sollte man auch mit allen überzähligen bebrüteten Waben machen und im Wabenlager ausschließlich helle unbebrütete Waben aufbewahren. Diese braucht man nicht vor Wachsmottenbefall schützen. Bei den bebrüteten Waben ist dagegen Schutz vor Wachsmotten unbedingt notwendig. Dabei sollte man auf den Einsatz von Chemie verzichten. Besonders ist vor dem Gebrauch von paradichlorbenzolhaltigen Mitteln zur Wachsmottenbekämpfung zu warnen. Sie sind zwar sehr einfach anzuwenden, sie werden in den verschlossenen und die Waben enthaltenden "Magazintürmen" eingelegt, der Wirkstoff verdampft ständig und tötet die Wachsmottenraupen ab, bildet als fettlöslicher Stoff aber auch Rückstände im Wachs. Und das ist weniger angenehm; denn diese Rückstände gehen leicht in den Honig über, wenn die Waben (oder das aus ihnen gewonnene Wachs) wieder im Volk sind und von diesem zur Einlagerung von Honig genutzt werden. Bezüglich der Rückstände ist die Anwendung von Essigsäure oder Schwefelschnitten weniger problematisch. Allerdings müssen solche Behandlungen zwei- oder dreimal (im Abstand von 3 bis 4 Wochen) durchgeführt werden, da nur die Larvenstadien der Wachsmotte (n) und nicht ihre Eier abgetötet werden.
Es geht aber auch ganz ohne Chemie.
Die Waben werden kühl, luftig und trocken gelagert, damit sie nicht verschimmeln. Vorher werden die Waben sortiert. Das lohnt sich, weil bebrütete Waben eher von Wachsmotten befallen werden als nicht bebrütete. Dort fehlt den Wachsmotten das lebensnotwendige Eiweiß, das sie mit den Gespinsten, dem Kot der Bienenlarven und Pollenresten zu sich nehmen. Deshalb ist die einfachste Vorsichtsmaßnahme gegen Wachsmottenfraß, ausschließlich helle, nicht bebrütete Waben zu lagern. Dann braucht man sich wegen der Wachsmotten keine Sorgen zu machen.
Bebrütete Waben werden in der Regel von Wachsmotten befallen, die als Eier mit dem Beuten- oder Wabenmaterial ins Wabenlager gelangen, dort schlüpfen und auf Nahrungssuche gehen.
|
| Auf alten Brutwaben fühlen sich Wachmotten besonders wohl. |
Eine chemiefreie Abwehrmaßnahme ist die regelmäßige Kontrolle der gelagerten Waben, etwa einmal im Monat, besonders in der warmen Jahreszeit oder bei warmer Lagerung. Der Aufwand steigt mit der Anzahl der Waben. Gespinste sind leicht zu erkennen und lassen sich mit einer Pinzette oder Präpariernadel entfernen. Man kann die befallenen Waben auch für zwei oder drei Tage in die Gefriertruhe stecken. Diese Zeit reicht aus, um bei Temperaturen von etwa -20 °C Larven und eventuell noch vorhandene Eier der Wachsmotten abzutöten. Die Kältebehandlung kann auch prophylaktisch durchgeführt werden. Allerdings sollten dann auch die Zargen, in denen die bebrüteten Waben aufbewahrt werden, und ihre Abdeckungen für zwei Tage in die Gefriertruhe, weil auch an den Beuteninnenwänden Wachsmotteneier kleben könnten.
Eine Alternative zur Frostbehandlung in der Gefriertruhe wäre die Wärmebehandlung im Wärmeschrank. Als Wärmeschrank ist ein mit Heizung und Thermostat entsprechend umgebauter Kühlschrank geeignet. Ich benutze einen solchen zum Verflüssigen von Honig. In ihm findet auch eine Zarge mit 10 bebrüteten Waben Platz. Die Wärmebehandlung gegen Wachsmotteneier und -larven ist erfolgreich, wenn sie mindestens 3 Stunden lang bei 48 °C durchgeführt wird.