Schwache Völker müssen nicht aufgelöst werden, wenn sie noch weiselrichtig sind und nicht erkennbar an einer Krankheit leiden. In jedem gesunden Bienenvolk, auch wenn es im März nur drei Wabengassen besetzt, steckt ein ungeheuer großes Wachstumspotenzial. Von Völkern, die im Frühjahr derart schwach sind, kann zwar in der Regel keine oder keine große Ernte aus der Blütentracht erwartet werden, doch können sie nach Ende der Blütentracht durchaus so stark sein, dass sie noch eine gute Leistung in einer folgenden Waldtracht bringen, allerdings nur, wenn der Wald honigt.
Wenn die Waldtracht ausbleibt, dann haben solche Völker nur Kosten verursacht, bei ihrer Bildung im Juni, bei ihrer Pflege im Sommer, bei der Auffütterung und Varroabehandlung im Spätsommer. Damit sich das nicht allzu oft wiederholt, sollte man der Frage nachgehen, wo die Ursache für die schlechte Auswinterung lag. Da helfen die fortlaufend gemachten Aufzeichnungen weiter und der Erfahrungsaustausch mit anderen Imkern.
Die wissenschaftliche Untersuchung der "Doppelvolk-Betriebsweise" in den vergangenen Jahren hat eine neue Methode hervorgebracht, wie man einem schwachen Volk, das im März lediglich 1 bis 3 Wabengassen besetzt, ohne sie zu füllen, "auf die Sprünge helfen" kann. Man setzt es über Absperrgitter auf ein überdurchschnittlich starkes Volk und entfernt es wieder nach 4 bis 5 Wochen. In diesem Zeitraum haben beide Völker ein gemeinsames Flugloch. Ihre Königinnen werden deshalb in ihrer Eilegetätigkeit nicht gestört. Das obere Völkchen erhält Pflegeunterstützung von unten und dehnt in kurzer Zeit sein Brutnest über 6 bis 8 Waben aus. Allerdings nur, wenn dort Platz ist! Deshalb beim schwachen Volk vor dem Sanierungsschritt überflüssige volle Futterwaben gegen leere tauschen. Zwei gefüllte Randwaben reichen dem aufgesetzten Völkchen als Futtervorrat aus. Sobald seine erste von fremden Bienen (!) aufgezogene Brut schlüpft, kann es abgehoben, auf einen eigenen Gitterboden gesetzt und an einen anderen Standort außerhalb des Flugkreises verstellt werden. Mit der befristeten Vereinigung eines starken Volkes mit einem schwachen ist eine leichte Schröpfung des Ammenbienenspenders verbunden, wodurch seine weitere Entwicklung nicht beeinträchtigt wird. Beide Völker können nach der Trennung erweitert werden.
Im Frühjahr kann (wie im Spätsommer) leicht Räuberei ausbrechen, deshalb ist bei schwachen Völkern das Flugloch eng halten.
| Starkes Volk | Mit Absperrgitter | Erweiterungs- zargen |
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| Schwaches Volk | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sanieren von schwachen Völkern im zeitigen Frühjahr. Sie ist nach 4-5 Wochen abgeschlossen. Nach der Trennung können beide Völker sofort erweitert werden. Man kann mit der Trennung auch noch bis zum Entreten der Schwarmstimmung warten, doch brauchen die beiden Völker dann vorher auch einen gemeinsamen Honigraum über einem zweiten Absperrgitter. Im Brutraum des oberen Volkes muss außerdem eine Ausflugöffnung für Drohnen geschaffen werden.