Die Königinnenaufzucht und Jungvolkbildung in Kürze

Was tue ich?Was tue ich nicht?
  • Ende April oder Anfang Mai Pflegevolk herrichten (starkes Wirtschaftsvolk entweiseln oder Sammelbrutableger bilden durch Schröpfen der Wirtschaftsvölker)
  • nach 9 Tagen Nachschaffungszellen brechen, belarvten Zuchtrahmen einhängen
  • nach weiteren 10 Tagen verschulen
  • nach dem Schlupf der Königinnen Pflegevolk in Begattungsvölkchen auflösen
  • Begattungsvölkchen in Magazine mit »Viererboden« oder gleich in Einfachbeuten unterbringen, dabei eventuell die mit Bienen besetzten Waben mit Oxalsäurelösung besprühen
  • kurz nach dem Schlüpfen der ersten Brut Völkchen in Einfachbeuten umlogieren, diese mit Mittelwänden oder mit leeren gedrahteten Rähmchen auffüllen
  • füttern! füttern! füttern!
  • Pflegevölker nicht extra füttern
  • keine Drohnen aussieben
  • keine Begattungskästchen verwenden
  • keine Belegstellen nutzen
  • keine Ablegerkästen verwenden
  • kein eiweißhaltiges Futter geben

Einfache Bildung von Ablegern

Die Königinnenaufzucht lohnt erst bei einem Völkerbestand von mehr als 5 Völkern. Doch auch in kleinen Imkereien muss auf die Verjüngung des Bestandes Wert gelegt werden. Man kann Jungvölker über den bereits beschriebenen Flugling bilden oder über Brutableger, die man sich selbst überlässt. Zwei oder auch drei gut mit Bienen besetzte Brutwaben, sie können von verschiedenen Völkern stammen, werden in ein Magazin gegeben, das mit Futterwaben und Mittelwänden aufgefüllt und an einen Standort außerhalb des Flugkreises der geschröpften Völker verbracht wird. Der Ableger zieht sich selbst eine Königin nach, wenn jüngste Brut (Eier oder l bis 2 Tage alte Arbeiterinnenlarven) vorhanden war. Wenn alles klappt, ist die junge Königin nach etwa 30 Tagen in Eilage und der Ableger kann an den alten Stand zurück.

Man kann die Ableger auch neun Tage nach ihrer Bildung mit gekauften oder geschenkten Königinnen oder schlupfreifen Weiselzellen beweiseln. Vor dem Zusetzen im Käfig müssen sämtliche Nachschaffungszellen gebrochen werden. Nach l bis 2 Tagen wird der Käfig geöffnet und mit Futterteig verschlossen. Bei der Verwendung von unbegatteten Königinnen oder Weiselzellen bleibt das Risiko, dass die junge Königin während des Hochzeitsfluges verloren geht.

Pflege von Jungvölkern

Jungvölker können nur wachsen, wenn sie jederzeit über ausreichend Futter verfügen. Für die Pollenversorgung sorgen sie selbst. Das Nektarangebot ist im Sommer oft so gering, dass die Jungvölker mehr verbrauchen als sie in der Natur vorfinden. In der Regel müssen Jungvölker deshalb fortlaufend gefüttert werden. Außer der Fütterung haben Jungvölker im Sommer keine weitere Pflege notwendig. Im Spätsommer (August/September) werden sie wie die Wirtschaftsvölker aufgefüttert und gegen die Varroamilbe behandelt.

Das Flugloch von Ablegern und Jungvölkern ist grundsätzlich eng zu halten. Gefüttert wird erst, wenn die junge Königin in Eiablage gegangen ist. Das wird nicht ständig kontrolliert, sondern (in der Regel) nur einmal: Entwicklungszeit bis zur Geschlechtsreife berücksichtigen, geeignetes Wetter für den Hochzeitsflug abwarten und der Königin Zeit geben, bis sie eine größere Anzahl von Zellen bestiftet haben kann. In der Regel dauert es etwa 30 Tage "von Ei zu Ei". Wenn man 5 Wochen abwartet, genügt für die Kontrolle das Ziehen einer Wabe. Ist Brut vorhanden, wird gefüttert, entweder mit Zuckerwasser oder mit Futterteig. Dieser kann als flacher Fladen (2 bis 3 kg) auf die Rähmchen gelegt und mit der Folie und dem innen hohlen Innendeckel abgedeckt werden. Nach 2 bis 3 Wochen wird das Jungvolk kontrolliert und nochmals Futterteig aufgelegt.

Zuckerwasser kann den wachsenden Jungvölkern in Tetrapacks angeboten werden, die neben den besetzten Waben auf den Gitterboden gestellt werden. Um Platz zu schaffen werden am Rand des Magazins zwei leere gedrahtete Rähmchen entnommen. Schwimmhilfe auf dem Zuckerwasser nicht vergessen!

Eleganter als Tetrapacks sind dichte Futtertaschen, die entweder ein oder zwei Rähmchen breit sind und zur Fütterung mit Futterteig, Honig oder Zuckerwasser gefüllt werden. Schwimmhilfe nicht vergessen!


Aus "Einfach imkern" von Dr. Gerhard Liebig