"Bienenvolk zu verleihen" - eine Möglichkeit der Nachwuchswerbung
Ideen zur Neuimkergewinnung gibt es viele.
Die nachfolgende Beschreibung soll nur als grobes Konzept dienen. Selbstverständlich kann und soll es an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Die Voraussetzungen
Der Probe-Imker soll / kann ein Bienenjahr (März bis etwa Ende Juli) erleben.
Der Verein bzw. der Betreuer stellt dem Bewerber folgende Gerätschaften leihweise zur Verfügung:
- 1 Bienenvolk bzw. Ableger (Magazin auf einer Zarge)
- 2 Leerzargen
- 1 Absperrgitter
- 1 Standplatz (auf dem Vereinsstand ?) oder beim Betreuer (fürs Probejahr)
- für einen eigenen Stellplatz im Folgejahr ist der Verein bei der Suche behilflich
- 1 Fachbuch "Einfach imkern" von Dr. Gerhard Liebig
- 1 Schleier (Stichschutz)
- sowie alle benötigten Werkzeuge (Smoker, Stockmeißel, Honigschleuder, Abkehrbesen usw. )
Jeder Probeimker wird während der Zeit von einem erfahrenen Imkern des Vereins begleitet und fachlich betreut. Dazu muss bereits vor Beginn der Aktion im Verein geklärt werden, wer hierzu bereit und auch in der Lage ist.
Am Ende des Bienenjahres, nach der letzten Honigernte, entscheidet sich der Bewerber, ob er mit der Imkerei anfangen möchte oder nicht.
Der Mietpreis beträgt je Probeimker und Bienenvolk 120,- €
Wenn der Probe-Imker sein Volk bis zum Abschleudern geführt hat und in den Imkerverein Berlin-Tempelhof eingetreten ist, gilt der Mietpreis als Verkaufspreis und das Volk geht in den Besitz des Probe-Imkers über.
Der Ablauf
Anfang März Vorbesprechung mit den Bewerbern
- Einführende Worte zur Bienenhaltung
- Vorstellung des Imkerverein
- Aktion Probeimkern erklären (Erwartungen, ...)
- Programm des Bienenjahres festlegen
März:
- Rähmchen zusammenbauen und Mittelwände einlöten
- Besuch auf einem Bienenstand
- Informationsmaterial ausgeben/besprechen
- Fachbuch "Einfach imkern" von Dr. Liebig ausgeben
- Eingegangene Völker auflösen / Honigwaben ausschleudern
- (evtl. gemeinsam Fachhandel besuchen)
April:
- Bienenvölker unter den Bewerbern aufteilen
- Diskusion über das Rähmchenmaß: was ist besser Kalt- oder Warmbau?
- Diskusion über Beutentype: Magazin(Oberbehandlung- oder Hinterbehandlungs-Beute
- Erste Durchsicht der Völker
- Drohnenrahmen einhängen
- 1. Durchsicht Schwarmstimmung
April/Mai:
- Erweiterung 2. Zarge geben
- Durchsicht auf Schwarmstimmung, Schwarmverhinderung evtl. durchführen und Ableger bilden
- Erweiterung Honigraum / Absperrgitter
- Durchsicht Schwarmstimmung / Ausbau der Waben
- Königinnenaufzucht und Bildung von Jungvölkern erläutern und durchführen (Methode nach Dr. Liebig(Seite 128))
Mai/Juni:
- 1. Honigschleuderung
- Durchsicht der Völker
- Varroabehandlung besprechen
- (Winterfutter bestellen, wenn der Bewerber weitermachen möchte)
Juni/Juli:
- 2. Honigschleuderung
- Durchsicht der Völker (Reduzierung der Zargen)
- Standplatz mit dem Bewerber aussuchen
Juli:
- 3. Honigschleuderung (letzte Entnahme des Honigs)
- Bienenvolk einengen (möglichst nur auf eine Zarge)
- Einfüttern (Zuckerwasser evtl. mit ausgeschleuderten Zuckerwasser aus dem Vorjahr einfüttern)
- Ende Juli 1. Varroabehandlung mit Ameisensäure
- Ende des Imkerjahres für den Probe-Imker
Mitte September
- 2. Varroabehandlung mit Ameisensäure (Temperatur darf nicht unter 12°C sein)
November / Dezember
- Varroabehandlung mit Oxalsäure (wenn das Volk Brutfrei ist)
Wenn der Probeimker am Ende der Aktion weitermachen möchte
- Eigene Beute / Magazin besorgen, Bienen umhängen und das geliehene Magazin zurückgeben
- Ggf. das Volk auf den eigenen Standplatz bringen
- Einfütterung der Bienen vornehmen
- Varroabehandlung beginnen
- Antragsformular für den Verein ausfüllen und unterschreiben
Wenn der Probeimker am Ende der Aktion nicht weitermachen möchte
- Volk zurückgeben
- Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen gegenüber dem Verein
- Den Honig und das Buch "Einfach imkern" darf der Probe-Imker behalten